Kinderneurologie-Hilfe Frankfurt Rhein-Main e.V.

Was bedeutet Schädel-Hirnverletzung?

Jährlich erleiden in Deutschland über 100.000 Menschen unter 20 Jahren eine Verletzung des Gehirns. Es ist die häufigste Todesursache bei Kindern und Jugendlichen. Für viele Überlebende bedeutet eine Schädel-Hirn-Verletzung eine lebenslange Behinderung. Ursache ist in der Regel ein Verkehrs- oder Sportunfall, ein Sturz oder Schlag. Eine Schädel-Hirnverletzung reicht von einer „nur“ Gehirnerschütterung bis zu einer Gehirnquetschung verbunden mit Blutungen und Ödemen.

Aufgrund des medizinisch-technischen Fortschritts in der Intensivbehandlung ist die Mortalitätsrate für Verletzte mit schweren Hirnverletzungen gesunken, gleichzeitig aber die Zahl der Patienten mit körperlichen und geistigen Einschränkungen, die in zunehmendem Maße eine kompetente neurologische Rehabilitation bedürfen, gestiegen. Heute gibt es auch nach Wochen und Monaten im Koma durchaus eine Chance auf eine Rehabilitation. Hiervon sind nicht nur schwer Schädel-Hirnverletzte betroffen, sondern auch leichte bis mittelschwere Verletzungen können zu Einschränkungen führen, die den Betroffenen die Rückkehr in ihr soziales, schulisches oder berufliches Umfeld erheblich erschweren oder gar unmöglich machen.

Um diese Defektzustände zu minimieren, umfasst eine zeitgemäße Neurorehabilitation den Beginn der Rehabilitation schon in den ersten Tagen nach der Verletzung. Im Sinne einer geschlossenen Rehabilitationskette sollte die Therapie schon auf der Intensivstation beginnen und dann in Form einer ersten intensiven stationären Frührehabilitation in einem speziellen neurologischen Rehabilitationszentrum fortgesetzt werden. Danach erfolgt die weitere Rehabilitation teilstationär oder ambulant über ein Tageszentrum oder zu Hause. Entscheidend ist eine Koordination der verschiedenen therapeutischen Disziplinen im Sinne eines Case-Managements. Hierzu muss ein individuelles, auf die Bedürfnisse, die Fähigkeiten und die Entwicklung des Betroffenen zugeschnittenes Therapiekonzept entwickelt werden.

An der Schnittstelle zwischen Akutversorgung und Neurorehabilitation bei Kindern und Jugendlichen gibt es nicht nur im Rhein-Main-Gebiet, sondern bundesweit ein Versorgungsleck. Gemessen an der Zahl der Verletzten reichen die zur Verfügung stehenden neurologischen Spezialeinrichtungen für Kinder und Jugendliche nicht aus. Häufig werden Kinder in Kliniken für Erwachsene behandelt oder ohne weitere Therapieempfehlung einfach nach Hause entlassen, wenn die Einschränkungen weniger gravierend sind. Kinder sind jedoch keine „kleinen Erwachsene“ und bedürfen einer besonderen auf sie zugeschnittenen Behandlung, die ihrer Entwicklung Rechnung trägt.

Aktuell

Fernsehtipp: Reportage „Besonders normal” in 3sat

3sat zeigt am 6. März 2015 um 11 Uhr 30 noch einmal die Reportage „Besonders normal. Die verletzte Familie” Sehr zu empfehlen. Weiterlesen…

Kinderneurologie-Hilfe stärkt Fallmanagement mit Vollzeitstelle

Fabienne van Vliet leitet ab sofort den Bereich Diagnostik und Neurorehabilitation. Weiterlesen…

Lesetipp: F.A.Z.-Artikel „Schön, dass Mama wieder da ist”

Der F.A.Z.-Artikel „Schön, dass Mama wieder da ist” von Stefan Locke vom 6.7.2014 schildert den Fall einer Betroffenen und gibt einen Einblick in die Arbeit der Kinderneurologie-Hilfe Frankfurt Rhein-Main.

Ansprache der Vorsitzenden
der Kinderneurologie-Hilfe Frankfurt Rhein-Main e.V.
Dr. Claudia Müller-Eising

anlässlich des Empfangs der Stadt Frankfurt am Main
am 11. März 2014 im Kaisersaal des Frankfurter Römer
Weiterlesen…

Fernsehtipp: ZDF-Reportage „Die verletze Familie”

Das ZDF zeigte im März 2014 die Reportage „Die verletzte Familie – das Zusammenleben nach Unfall und schwerer Krankheit” im Rahmen des Magazins „Menschen”. Unbdedingt ansehen.

neuroneum Fachtagung 2014

„Kognitive Funktionsausfälle nach einer Schädigung des Gehirns.” Weitere Informationen…
Jetzt mit Bildergalerie von der Tagung.